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Bauprüfsystem mit Zukunft: Zertifikate für "grünes Bauen"

Umweltbewusstes Bauen steht in der heutigen Zeit ganz oben bei Architekten und Bauherren. Die Mühe wird nun belohnt - erstmals wurden auf der Baumesse in München vom Bundesbauministerium und der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) 16 Gebäude mit dem deutschen Zertifikat für nachhaltiges Bauen ausgezeichnet.

Drei Gebäude erhielten Zertifikate in Bronze, sieben in Silber. Darunter befindet sich das Bürohaus "Laim 290" in München: es zeichnet sich aus durch flexibel einteilbare Büroeinheiten, Wärmeschutzglas in der Alufassade und ein ausgefeiltes Kühl-Wärme-System, welches das Grundwasser nutzt, aber dazu keine Klimaanlage braucht.

Die Zertifikate helfen, Gebäude, die das „grüne Bauen“ unterstützen, zu identifizieren. Theoretisch sollten alle Gebäude die Mindestkriterien für umweltbewusstes Bauen wie hohe Energieeffizienz, Nutzungsflexibilität und den Einsatz schadstoffarmer Baumaterialien erfüllen. Neben ökologischen werden wirtschaftliche, soziale, funktionale und technische Qualitäten im deutschen Prüfsystem bewertet. Es bezieht sich auf den gesamten Bauzyklus, vom ersten Mauerstein bis zum fertigen Giebel. Denn schon im frühen Baustadium lassen sich Bau- und langfristige Betriebskosten ermitteln.

Sogar schon auf dem Reißbrett und in der ersten Planungsphase kann ein Gebäude ein Gütesiegel bekommen. Somit kann schon in einer frühen Phase Wert auf nachhaltiges Bauen gelegt und nachträglich noch verbessert werden, sodass das Gebäude in der Bauphase dann von Bronze noch auf Silber oder Gold aufsteigen kann.

Zunächst gibt es die Medaillen als Pilotprojekt nur im Bürobau. Nachdem alle Änderungen eingeleitet und nochmals geprüft worden sind, wird es das Zertifikat in Zukunft auch für Industrie und Handel, Wohngebäude, Kindergärten und Schulen sowie im Bestand geben.

Quelle: handelsblatt.com, energieportal24.de
Bild: annia316(Flickr) Personeelsnet (Flickr)

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