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Bauen im Teamwork: Baugemeinschaften im Wohnungsbau

Der Wohnungsbau wird immer mehr geprägt durch Baugemeinschaften, die zusammen als Baupartner ein größeres Bauprojekt realisieren. Inzwischen gibt es solche Baugruppen in jeder größeren Stadt in Deutschland. Allein auf dem "Wohnportal Berlin" sind rund 120 Baugruppen-Initiativen festgehalten.

Die Stadt Tübingen liegt mit den Bauprojekten, die in der Gruppe umgesetzt wurden, im Vergleich mit anderen deutschen Städten ganz vorne. Schon im Jahre 1991 wurden auf einem ehemaligen Militärgelände mehr als 110 Baugemeinschafts-Projekte mit über 500 Wohnungen realisiert!

Zumeist werden die späteren Bewohner hierbei selbst zu Bauherren. Das kann sich lohnen, denn da auf diese Weise der externe Bauträger nicht bezahlt werden muss, sinken die Baukosten um bis zu 30 Prozent! Auch bei der Wohnungsgestaltung und die der Freiräume haben die Baugruppenteilnehmer weitestgehend freie Hand. Ein bisschen Gemeinschaftssinn und Bereitschaft auf eine enge Nachbarschaft muss man jedoch schon in solch eine Baugruppe mitbringen.

Rein rechtlich gesehen werden kleinere Baugemeinschaften als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) angesehen, wobei jeder Gesellschafter mit seinem Vermögen haftet. Nach der Fertigstellung und der Aufteilung der Grundstücke wird dann aus der GbR eine Wohneigentümergemeinschaft (WEG)

In Berlin ist die Baugruppe "Am Urban" mit 128 Wohneinheiten das größte Projekt dieser Art in der Hauptstadt. Auf dem Grundstück des alten Urban-Krankenhauses in Kreuzberg will sie die 19 Gebäude aus der Gründerzeit mit zusammen 65.000 Quadratmetern Nutzfläche zu Wohngebäuden umbauen.

Mittlerweile gehören 104 Parteien zu der Gruppe, die zu einer richtigen GmbH & Co. KG geworden ist: 170 Erwachsene und rund 80 Kinder und Jugendliche. Die Baupartner haben sich gut organisiert. Unterschiedliche Arbeitsgruppen sorgen sich um verschiedene Themenpunkte wie Projektsteuerung, Energieversorgung oder Außenanlagen. Und die Berliner Baugemeinschaft hat sich viel vorgenommen: In einem guten Jahr sollen alle Gebäude schon bezogen sein, zu Preisen zwischen 2000 und 2600 Euro pro Quadratmeter!

Quelle: faz.net, baugemeinschaft.org
Bild: Siegfried Fries (Pixelio), Peter Kirchhoff (Pixelio)

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