Excite

Backsteinrente: Immobilienbeleihung als Zusatzrente

Sein Leben im Alter will sich so mancher Ruheständler mit Reisen, den Enkelkindern, Hobbys und Familie versüßen. Leider macht die finanzielle Situation vielen da oft einen Strich durch die Rechnung. Immobilienbesitzer können jedoch die eigene Kasse wieder zum Klingeln bringen, indem sie ihr Wohneigentum zur Kapitalbeschaffung ganz einfach beleihen!

Rüstige Rentner, die sich noch einmal einen Traum erfüllen wollen oder für eine Sanierung oder den seniorengerechten Umbau des Eigenheims Geld benötigen, können ihre Immobilie mit maximal 50 bis 80 Prozent des Wertes beleihen, sofern sie schuldenfrei oder nur noch geringfügig belastet ist. Das bedeutet, dass die Bank dem Besitzer eine monatliche Rate, auch lebenslang, auszahlt.

In vielen Fällen soll der Erwerb einer Immobilie im Alter vorsorgen oder den Kindern als sicherer Nachlass vermacht werden. Was aber, wenn es keine potentiellen Erben gibt oder diese an einem anderen Ort leben? Die Immobilie kann so schnell zu einem toten Kapital werden. Die "umgekehrte" Hypothek, dessen Modell aus den USA kommt und besser bekannt ist als "Reverse Mortgage", soll nun auch in Deutschland Abhilfe schaffen.

Die sogenannte "Förder-Immorente" soll noch in diesem Jahr vom Bundesverband öffentlicher Banken (VÖB) in Zusammenarbeit mit den staatlichen Förderbanken angeboten werden. Der Zinssatz für das Darlehen ist hierbei über die gesamte Laufzeit fixiert, die Zahlung erfolgt steuerfrei und ohne Auswirkung auf sonstige Bezüge im Alter.

Der Vorteil dieses neuen Zusatzrentenmodells ist, dass Zins- und Tilgungszahlungen nicht geleistet werden müssen. Erst mit dem Tod des Hausbesitzers, dem Verkauf der Immobilie oder dem Auszug ist der Kredit samt der bis zu diesem Zeitpunkt aufgelaufenen Zinsen fällig.

Erben können beim VÖB-Modell aufatmen: Für den Rückzahlungsbetrag haften nicht sie, sondern allein die Immobilie mit ihrem jeweils aktuellen Marktwert. Außerdem muss die Bank die Rente weiterzahlen, auch wenn der Kunde länger lebt als statistisch ausgerechnet, und die angesammelten Zahlungen den Verkaufswert des Hauses übersteigen.

Der Anspruch auf die Beleihung der eigenen vier Wände setzt ein Mindestalter von 60-65 Jahre sowie einen Immobilienwert von wenigstens 100 000 Euro voraus. Das Haus muss innerhalb der Laufzeit instand gehalten werden und über eine Versicherung gegen Feuer und Elementarschäden verfügen.

Ob für Darlehensnehmer neben den Zinsen weitere Kosten wie eventuelle Provisionen oder der Preis für eine Eintragung ins Grundbuch anfallen, ist noch nicht abschließend geklärt. Umkehrhypotheken können in jeden Fall für viele Menschen im Alter eine sinnvolle Alternative zu Umzug und Mietzahlung sein.

Quelle: focus.de, zeit.de
Bild: Balzer Matthias (pixelio)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017