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Aus Büros könnten Wohnungen werden

In der Theorie klingt es sehr einfach: Gerade in großen Städten stehen riesige Büroimmobilien leer, während der stark nachgefragte Wohnraum besonders knapp ist. Was liegt da näher als Büroflächen in Wohnungen umzuwandeln? In ganz Frankfurt gibt es beispielsweise fast 2 Millionen Quadratmeter Büro-Leerstand. Umgerechnet wären das 27.000 Wohnungen bei einer Größe von 75 Quadratmetern. Auch in München stehen 1,8 Millionen Büro-Quadratmeter leer.

Allerdings ist die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum nicht so leicht zu bewältigen. Am einfachsten gelingt dieses, wenn das Bürogebäude in einer gefragten Wohnlage liegt und eine gesunde Rohbaustruktur hat. Besonders geeignet sind zum Beispiel Bürohäuser oder kleine Fabrikgebäude in Gründerzeitvierteln. Häufig entstehen hier Luxuswohnungen mit hohen Decken und großzügigen Grundrissen. Eine Alternative zu Luxuswohnungen sind wohnähnliche Nutzungen wie Hostels oder Studentenwohnheime.

Das Problem: Der Bodenwert sinkt bei einer Umnutzung von Gewerbe auf Wohnen drastisch. Hinzu kommt, dass Eigentümer sich oft nicht eingestehen wollen, dass ihr Gebäude nicht mehr als Büro zu vermieten ist. Besonders die hohen Ansprüche international tätiger Unternehmen fordern topmoderne Gewerbeimmobilien. Auch die Struktur der Immobilienwirtschaft ist nicht förderlich für die Umwandlung von Gewerbe- in Wohnimmobilien. Immobiliengesellschaften sind meist vollständig auf Gewerbe ausgerichtet. Für eine Umnutzung muss daher im Regelfall ein Wechsel des Eigentümers stattfinden – hier wirkt die fünfjährige Gewährleistungspflicht abschreckend. Dennoch: Gerade in klassischen drei- oder vierstöckigen Bürogebäuden in Wohngebieten mit rund 4000 Quadratmetern Nutzfläche liegt großes Potenzial für Wohnungen.

Quelle: wirtschaft.t-online.de

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