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Altbauten in Watte packen: Wie aus dem Bestand neue Energiesparhäuser entstehen

Auf den ersten Blick erscheint es vielen Altbaubesitzern mehr als heikel: Wie kann man aus einem bestehenden Altbau ein Niedrigenergiehaus entwickeln, ohne dabei immense Summen von Geld aus dem Fenster zu werfen, und trotzdem den gewollten Spareffekt zu erzielen?

Und doch ist dies möglich: Die dena (Deutsche Energie-Agentur) hat ein Energiespar-Projekt für Altbauten ins Leben gerufen, an dem mittlerweile 250 Gebäude teilnehmen. Sie wurden zu energetisch hocheffektiven "dena-Zukunftshäusern" saniert - zum Teil unter Einsatz innovativer Passivhauskomponenten. Überraschend ist, dass diese Gebäude die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) an vergleichbare Neubauten sogar um ganze 50 Prozent unterschreiten. Gerade mal ein Fünftel der Heizenergiemenge, die vorher verpulvert wurde, wurde nach der Sanierung verbraucht. Das bedeutet eine Rieseneinsparung für den privaten Hausbesitzer und einen großen Fortschritt für die Umweltpolitik.

Was aber wird denn bitteschön genau gemacht am Haus, um es von einem energieverschwenderischen Altbau zum Energiesparhaus umzufunktionieren? Das Dach wird neu und besonders dick gedämmt, die Außenwand wird ohne Lücken isoliert, Fenster und Türen werden ausgetauscht. Im Innenraum werden Kellerdecke und -wände neu gedämmt. Eine Solaranlage mit Langzeitspeicher kann zur Heizunterstützung montiert werden. Auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung wirkt Wunder. Am besten sollten dann noch energiesparende Haushaltsgeräte und eine Solarstromanlage angeschafft werden.

Neben diesem anspruchsvollen Energiesparmodell mit dem Namen "EnEV-Neubau minus 50 Prozent" für private Wohnhäuser soll nun auch ein Modell für Nichtwohngebäude ins Leben gerufen werden: das Projekt "Niedrigenergiehaus im Bestand für Schulen"...

Viele Hausbesitzer schrecken aber noch vor der gründlichen Sanierung ihrer Eigenheime zurück. Sie haben schlichtweg Angst vor den anfallenden Kosten und vor einer Überschätzung der Kalkulierung. Aber keine Sorge: Der Staat belohnt den Pioniergeist großzügig! Er gewährt für eine Energiesparsanierung nicht nur ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), sondern gibt Zuschüsse bis zu 20 Prozent zur Tilgung des zugesagten Kredits – maximal sind das 10 000 Euro pro Wohneinheit. Das kann sich sehen lassen und sicherlich den ein oder anderen Altbaubewohner zum Ärmelhochkrempeln animieren!

Quelle: Focus Online, zukunft-haus.info
Bild: thingermejig (Flickr)

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