Excite

Altbausanierung von Denkmälern: Pflichten für Eigentümer

"Eigentum verpflichtet", heißt es in Artikel 14 (2) des Grundgesetzes... Vor allem gilt das für Eigentümer von denkmalgeschützten Gebäuden, denn der Erhalt, die Veränderung und die Pflege des Denkmals soll "dem Wohle der Allgemeinheit dienen".

Die Eigentümer sind also gesetzlich dazu verpflichtet, ihr Baudenkmal zu erhalten und vor allem dem äußeren Erscheinungsbild nachkommen. Selbst der sogenannte "Umgebungsschutz" eines Baudenkmals kann umliegenden Hausbesitzern bei einem geplanten Umbau Ärger schaffen, auch wenn es sich bei dem Eigenheim um kein denkmalgeschütztes Gebäude handelt. Jedoch sind der Einflussnahme der Denkmalpflegebehörde auch Grenzen gesetzt. Zum Beispiel dürfen die wirtschaftlichen Belastungen durch eventuelle Erhaltungskosten nur im Rahmen des Zumutbaren bleiben.

Wer als Denkmal-Eigentümer an der Baustruktur herumwerkeln will, der muss zunächst mit einer Reihe von bürokratischen Komplikationen rechnen, ehe er tatsächlich zu Hammer und Meisel greifen darf. Zu allererst muss man sich als Besitzer von denkmalgeschätzten Immobilien bei geplanten baulichen Veränderungen mit der zuständigen Denkmalschutz behörde in Verbindung setzen. Zumeist wird dann wochenlang über Baudetails diskutiert und schließlich ein Kompromiss ausgearbeitet, mit dem dann sowohl Besitzer als auch die städtische Denkmalpflege zufrieden sind.

Problematisch wird es, wenn der Hauseigentümer über den Denkmalschutz der eigenen vier Wände noch nicht offiziell informiert ist. Mit dem Entschied des Denkmalschutzgesetzes im Jahr 1978 wurde erst gut ein Viertel der rund 45 000 Denkmäler in Deutschland unter Schutz gestellt. Aber Hand aufs Herz: Ahnen können es die meisten Hausbesitzer jedoch schon, dass sie irgendwann Post von der Landesdenkmalpflege bekommen und von der Denkmaleigenschaft ihrer Immobilie unterrichtet werden...

In steuerlicher Hinsicht lohnt der Besitz eines Baudenkmals, vor allem, wenn der Besitzer selbst darin wohnt: Kosten für Instandsetzung, Pflege und eventuell auch für den denkmalgerechten Ausbau des Anwesens können über zehn Jahre verteilt zu 90 Prozent steuerlich abgesetzt werden. Voraussetzung ist natürlich auch hier wieder, dass die Maßnahmen zuvor mit der Landesdenkmalpflege abgestimmt wurde.

Quelle: focus.de, faz.net
Bild: mueritz (Flickr)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017